Heute Bahn, morgen Rad ...:
So geht Mobilität heute

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Warum sich auf ein Verkehrsmittel beschränken, wenn man alle haben kann? Heute heißt die Devise: so viel Mobilität wie möglich zu möglichst geringen Kosten, mit möglichst geringer Umwelt- und Klimabelastung. Das ist längst keine Utopie mehr, sondern gelebte Realität: Die junge Familie in der Nachbarschaft, die kein Auto besitzt, sondern mit Rad und Kinderanhänger oder den Öffentlichen unterwegs ist, gelegentlich Carsharing oder ein Taxi benutzt, Getränke liefern lässt und mit der Bahn in den Urlaub fährt.

Das multimodale Unternehmen, das in seinem Fuhrpark neben Dienstwagen und Diensträdern auch ein E-Lastenrad für den lokalen Lieferverkehr bereit hält, außerdem Bahncards für die Mitarbeiter anbietet und natürlich ein Jobticket für alle, die mit Bus und Bahn zur Arbeit kommen. Duschen für die radelnden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es inzwischen auch in immer mehr Unternehmen und Verwaltungen. Sie sparen damit nämlich Kosten für flächenintensive und teure Autostellplätze ein und tun zugleich etwas für die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Multimodal unterwegs zu sein bedeutet, Zugriff auf ganz unterschiedliche Verkehrsmittel zu haben und für jede Fahrt das Beste auszuwählen: zu Fuß zum Bäcker, per Rad zur Arbeit, mit dem Carsharing-Fahrzeug in den Baumarkt, per Bus in den Nachbarort und mit der Bahn in den Urlaub. Diverse Mobilitäts-Apps unterstützen diese Mobilität, indem sie die kürzeste oder schnellste Route errechnen, die per Rad, Bahn oder zu Fuß zum Ziel führt, und anzeigen wann und wo der nächste Bus fährt, wo in der fremden Stadt das nächste Leihrad steht und was das Bahnticket kostet.

Multimodal unterwegs zu sein spart Zeit und Geld und ermöglicht den Luxus, bei jeder Gelegenheit das gerade passende Verkehrsmittel auszuwählen. Nebenbei werden auch noch Umwelt und Klima geschont. In größeren Städten besitzen schon heute viele Haushalte kein eigenes Auto mehr, weil man dort ohne Auto meist schneller vorankommt und gerade in dicht bebauten Stadtteilen die lästige Suche nach einem Parkplatz entfällt. Aber auch auf dem Land gewinnt multimodale Mobilität immer mehr Anhänger. E-Pedelecs machen es möglich, Wege von bis zu 20 Kilometern mit dem Rad zurückzulegen – ohne zu schwitzen, auch wenn's mal bergauf geht.

Wer es noch flexibler mag, ist intermodal unterwegs. Denn oft macht es Sinn, innerhalb einer Wegstrecke das Verkehrsmittel zu wechseln, um besser und vor allem schneller voranzukommen. Mit dem Rad zum Bahnhof, dort in den Zug steigen, vom Zielbahnhof zu Fuß, mit der Tram oder dem Leihrad zum Arbeitsplatz: ein Weg - bis zu drei Verkehrsmittel. Das funktioniert am besten, wenn an den Umsteigepunkten der Service stimmt: die Mobilitätsstation am Bahnhof, die Räder sicher aufbewahrt sowie Leihräder und Leihwagen bereithält. Park-&-Ride- oder Bike-&-Ride-Stationen an Bus- und Bahnhaltestellen, an denen man Auto oder Fahrrad sicher zurücklassen kann, wenn man auf Bus oder Bahn umsteigt.

Das BMUB unterstützt Kommunen und Verkehrsanbieter dabei, in die Infrastruktur für multi- und intermodale Mobilität zu investieren, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.