Klimabewusst auf Tour

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Durch die Art, wie wir mobil sind, beeinflussen wir Umwelt und Klima. Der Verkehr verursacht rund 20 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. Der Straßenverkehr hat daran mit rund 95 Prozent den größten Anteil. Das BMUB fördert daher alle Formen von Mobilität, die den Weg von A nach B klimafreundlicher gestalten.

Fuß- und Radverkehr zählen ebenso dazu wie die Fahrt mit Bussen und Bahnen oder die Nutzung eines Elektroautos. Schon bei kurzen Strecken trägt die bewusste Entscheidung zugunsten eines nachhaltigen Transportmittels zum Schutz von Umwelt und Klima bei. Wer zu Fuß geht, das Rad, öffentliche Verkehrsmittel oder ein Elektrofahrzeug nutzt, vermeidet den Ausstoß von CO2 und anderen schädlichen Abgasen.

Mehr Verkehrsmittel bringen mehr Mobilität. Gut die Hälfte aller Pkw-Fahrten sind unter fünf Kilometer lang und sehr gut mit dem Fahrrad zurückzulegen. Das hilft nicht nur dem Klima, es ist auch gut für die Gesundheit. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, gewinnt Zeit zum Lesen oder zum Arbeiten. Wenn es für einzelne Wege dennoch ein Auto sein muss, gibt es auch hier klimafreundliche Lösungen, zum Beispiel durch eine gemeinschaftliche Autonutzung mit den Nachbarn oder durch die Bildung von Fahrgemeinschaften mit Kollegen auf dem Weg zur Arbeit.

Für manche Wege bietet sich auch ein Mix aus mehreren Verkehrsmitteln an. Unter dem Stichwort "Intermodalität" gibt es hier bereits viele spannende Lösungen, zum Beispiel das Faltrad, das Pendler schnell zum Zug und nach der Bahnfahrt schnell zum Zielort bringt. Das spart Energie und Ressourcen und ist häufig nicht nur die effizientere, sondern auch die schnellste Mobilitätsalternative. 

Infos, Tipps und Tools für Verbraucher

Wie finde ich heraus, wie groß mein eigener CO2-Fußabdruck ist?

Der Online-Rechner des Umweltbundesamts (UBA) macht es ganz einfach möglich, den eigenen CO2-Fußabdruck zu ermitteln. Einfach die eigenen Verbrauchswerte eingeben und schon spuckt der Rechner den gesuchten Wert aus. Außerdem kennt der Rechner die deutschen Durchschnittswerte und weist auf Optimierungsmöglichkeiten beim eigenen CO2-Fußabdruck hin. Das Überraschende: Schon kleine Änderungen im Alltag können kilo- oder gar tonnenweise CO2 vermeiden. mehr

Wie kann ich das Autofahren klimafreundlicher gestalten?

Wer nicht die Möglichkeit hat, auf ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen, kann ein paar einfache Tipps befolgen, um seine Autofahrten umweltschonender zu machen, zum Beispiel schneller schalten und die Klimaanlage öfter mal auslassen. Eine weitere Möglichkeit: Mitfahrgelegenheiten und Fahrgemeinschaften nutzen, statt allein loszufahren. Noch besser ist das Umsteigen auf Alternativen: Wenn alle Deutschen bei jeder dritten Strecke unter 6 Kilometern das Auto stehen lassen würden, könnten jährlich 7,5 Tonnen CO2 vermieden werden. mehr

Wie viel kann ich durch die Anschaffung eines nachhaltigen Fahrzeugs einsparen?

Das Öko-Institut hat einen Online-Rechner entwickelt, über den man die Jahreskosten eines gewerblich genutzten Fahrzeugs ermitteln kann. Er berücksichtigt unter anderem Anschaffung, Kraftstoffverbrauch und Wartung. Auch die Treibhausemissionen werden angezeigt. Für einen direkten Vergleich kann man die Werte eines Elektrofahrzeugs denen von Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen gegenüberstellen. mehr

Wie kann ich unterwegs herausfinden, welche alternativen Mobilitätsangebote in meiner Nähe sind?

Mit dem Smartphone geht der Schritt zum nachhaltigen Mobilwandel mühelos, auch auf Reisen. Apps für Öffentliche Verkehrsmittel zeigen Haltestellen in der Umgebung und die Echtzeit-Abfahrten von Bussen und Bahnen an. Wer Lust hat, eine Strecke spontan mit dem Fahrrad zurückzulegen, bekommt über Leihfahrrad-Apps verfügbare Leihräder in der Nähe angezeigt. Und natürlich gibt es Apps, die verschiedene Verkehrsmittel in einer App vergleichen. Hier gibt es Mobilitäts-Apps im Überblick, die eine nachhaltige Mobilität erleichtern.

Was ist Carsharing und wo ist es möglich?

Carsharing hat sich in deutschen Großstädten vom Nischenthema zu einer viel genutzten Mobilitätsalternative entwickelt. Bis zu zwanzig private Pkw kann ein Carsharing-Fahrzeug ersetzen, da viele Nutzer dank des guten Angebots auf ein eigenes Fahrzeug verzichten. Der Bundesverband Carsharing hat eine interaktive Karte erstellt, auf der nach Eingabe einer Adresse die nächstgelegenen Carsharing-Anbieter und -Stationen angezeigt werden. Außerdem gibt es Apps, die mehrere Carsharing-Anbieter gleichzeitig anzeigen. mehr

Leuchtturmprojekte – gefördert durch das BMUB

Strategien sind gut, Umsetzung ist noch besser: Das Bundesumweltministerium (BMUB) fördert daher in allen wichtigen Themenbereichen der Mobilität Projekte, die nachhaltige Lösungen voranbringen. Einen guten Überblick zu Projekten im Themenfeld "Klima" bietet Ihnen die nachstehende Liste. Wenn Sie die kurzen Beschreibungen neugierig gemacht haben, klicken Sie für weiterführende Informationen einfach auf den jeweiligen Link. Viel Vergnügen!

Pkw-Alleinfahrten von Berufspendlern verringern

Das Projekt "Gute Wege zur guten Arbeit" möchte Betriebe und ihre Mitarbeiter zu einer nachhaltigeren Mobilität bewegen. Dazu nutzt das Projekt Betriebsräte als Multiplikatoren und Know-how-Träger vor Ort. mehr

Betriebe zum Einführen eines Mobilitätmanagements anregen

Das Projekt "Mobil.Pro.Fit" untersucht, wie Betriebe bei der Entwicklung kommunaler Klimaschutzstrategien stärker einbezogen werden können. Ziel ist es, ein kommunales Mobilitätsmanagement einzuführen, das alle Transport- und Arbeitswege innerhalb einer Kommune berücksichtigt und zugunsten des Umweltschutzes verbessert. mehr

Plug-in-Hybrid- und Elektro-Busse voranbringen

Bis zu 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen Plug-in-Hybrid- und Elektrobusse im ÖPNV. Im Projekt HELD setzt die Hamburger Hochbahn AG vermehrt Elektrobusse im Linienbetrieb ein. Die RWTH Aachen begleitet das Projekt und untersucht, welche Voraussetzungen für den reibungslosen Einsatz notwendig sind und wie sich die Ergebnisse auf andere Verkehrsbetriebe übertragen lassen. mehr

Nachhaltigkeit verstärkt in die Bildung integrieren

Das "Projekt 2050" spricht über Universitäts- und Berufsschulkooperationen Auszubildende und Studierende an. Ziel ist es, jungen Menschen die für ihre Berufsrichtung wichtigen Informationen zum Thema Nachhaltigkeit zu vermitteln. mehr

ÖPNV für alle zugänglich machen

Der VCD untersucht in "Einfach einsteigen – Zugänglichkeitscheck des ÖPNV", welche weichen Faktoren Menschen davon abhalten, den ÖPNV zu nutzen und wie man das positiv verändern könnte. Stellschrauben sind zum Beispiel Ticketpreise, mangelnde Barrierefreiheit, Fahrplaninformationen etc. mehr

Kosten- und Wirkungsanalyse von Carsharing und Leihradangeboten

Das BMUB förderte die "UmKoMoko"-Untersuchung der Universität Kassel, bei der innovative, multimodale Mobilitätskonzepte im europäischen Raum recherchiert und systematisch bezüglich Kosten und Umweltbilanz ausgewertet wurden. mehr

Elektroflotten für eine C02-neutrale Paketzustellung

In einem interdisziplinären Projekt entwickeln Wissenschaft und Wirtschaft ein Konzept für die umweltfreundliche Umgestaltung der Logistikbranche. Ergebnisse liefert ein mehrjähriger Praxistest, in dem eine Flotte von Elektrofahrzeugen die Zustellung von Paketen und Briefen übernehmen. mehr

Ein Recyclingsystem für die Batterien von Elektrofahrzeugen

Das vom BMUB geförderte Projekt “EcoBatRec” erforscht, wie man Batterien aus Elektrofahrzeugen am effektivsten recyceln kann. Mehr Informationen hier und hier

E-Güterverkehr zur Entlastung von Ballungsräumen

Schwere Nutzfahrzeuge für den Güterverkehr in der City per Oberleitung mit Strom zu versorgen und fahren zu lassen – das Forschungsvorhaben "ENUBA 2" erforscht, wie das zum Beispiel in Kombination mit dem Busverkehr funktionieren kann. Ziel ist es, Ballungsräumen von Lärm und Schadstoffen des Güterverkehrs zu entlasten und den CO2-Ausstoß des Güterverkehrs zu reduzieren. mehr

Finanzierungsoptionen für die nachhaltige Umwandlung des Straßenverkehrs

Im Projekt "Ökonomische Instrumente im Straßenverkehr" diskutieren Stakeholder, Experten und Politiker darüber, welche ökonomischen Instrumente zur Finanzierung von Mobilität beitragen und wie die externen Kosten des Verkehrs gerecht von den Verursachern getragen werden können. mehr

Fußverkehr in der Stadt fördern

Der "Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien in Städten" ist der erste Schritt, Kommunen sachliche Unterstützung bei der Einrichtung und Weiterentwicklung von Fußverkehrskonzepten zu bieten. mehr

Plattform für den internationalen Wissensaustausch rund um Nachhaltigkeitsprojekte

Auf der Online-Plattform "German Partnership for Sustainable Mobility" sind gute Beispiele aus Deutschland für eine nachhaltige Mobilität gelistet. Dies soll gute Lösungsansätze bekannter machen und die internationale Diskussion darüber anregen. mehr

Zukunftsszenarien für den Verkehrssektor

Das Forschungsprojekt "Renewbility" zeigt durch Modellierung und Analysen verschiedene Zukunftsszenarien des Verkehrssektors. Die zentrale Erkenntnis: Eine vollständige Dekarbonisierung des Verkehrssektors ist möglich – ohne Einbußen bei Wachstum und Wohlstand. mehr

Auch im ländlichen Raum nachhaltig mobil

Das Projekt "Ökologische und ökonomische Potenziale von Mobilitätskonzepten in Klein-und Mittelzentren sowie dem ländlichen Raum vor dem Hintergrund des demographischen Wandels" erarbeitet Mobilitätskonzepte, die umweltschonend und bezahlbar für alle Bevölkerungsgruppen sind. mehr

Alternative Energie für gedockte Kreuzfahrtschiffe

Im Hamburger Hafen werden liegende Kreuzfahrtschiffe mit Landstromanlagen und Flüssigerdgas-Bargen versorgt. So brauchen sie nicht selbst Energie zu erzeugen. Dank dieses innovativen Pilotprojekts "Landstrom" werden so, neben anderen Luftschadstoffen, jährlich über 5000 Tonnen C02 -Emissionen vermieden. mehr