Mobil bei guter Luft

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Tief durchatmen und wohlfühlen – das ist leider vor allem in unseren Städten nicht überall selbstverständlich. Dieselruß und vor allem Stickstoffdioxid aus Fahrzeugen müssen daher immer weiter reduziert werden.

Die einfachste Möglichkeit: mehr Menschen zum Umsteigen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel bewegen. Wer zu Fuß geht, das Rad nutzt oder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, statt ins Auto zu steigen, trägt aktiv zu einer besseren Luftqualität in seiner Umgebung bei. Viele Kommunen nutzen dieses Potenzial und investieren in Fuß- und Radverkehrskonzepte, um ihre Bürgerinnen und Bürger zum Umsteigen zu motivieren. Das Bundesumweltministerium (BMUB) unterstützt viele dieser Projekte.

Die Kommunen haben darüber hinaus eine weitere Möglichkeit: Sie können Umweltzonen in besonders belasteten Stadtgebieten einrichten. Über 50 Städte in Deutschland nutzen dieses Instrument bereits. Umweltzonen werden eingerichtet, wo die europaweit geltenden Grenzwerte für Feinstaub oder Stickstoffdioxid überschritten werden. Umweltzonen sind Gebiete, in denen nur Fahrzeuge fahren dürfen, die bestimmte Abgasstandards einhalten. Die Fahrzeuge (Pkw und Lkw) müssen mit Plaketten auf der Windschutzscheibe gekennzeichnet sein. Umweltzonen sind ein flexibles Instrument, das an aktuelle Entwicklungen angepasst werden kann.

Das BMUB arbeitet aktuell daran, Kommunen mehr Möglichkeiten an die Hand zu geben, die Luftqualität in stark mit Stickstoffdioxid belasteten Stadtteilen zu verbessern.

Infos, Tipps und Tools für Verbraucher

1. Wie wirken Schadstoffe auf Mensch und Klima?

Stickoxide (NOx) führen vor allem bei Menschen mit Asthma oder Bronchialerkrankungen zu Atemproblemen. Außerdem schaden Stickoxide dem Ökosystem, da sie das Wachstum von Pflanzen beeinträchtigen. Auch das bodennahe Ozon, das beim Menschen zu Entzündungen der Atemwege und einer Beeinträchtigung der Lungenfunktion führen kann, entsteht in erster Linie aus Autoabgasen in Kombination mit Sonneneinstrahlung. Außerdem tragen schädliche Feinstaub-Emissionen vor allem aus Dieselfahrzeugen zur Luftbelastung bei.

2. Wo bekomme ich einen Überblick über abgasarme Autos?

Der VCD hat mit Unterstützung des BMUB und des Umweltbundesamtes die umfassende Kaufberatung "Besser Autokaufen" entwickelt. Nachdem Sie durch einen Test ermittelt haben, welcher Käufertyp Sie sind, erhalten Sie Empfehlungen für Modelle, die nicht nur besser für die Umwelt sind, sondern auch Ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen. mehr

3. Wie erkenne ich umweltschonende Mobilitätsangebote?

Der "Blaue Engel" genießt einen hohen Bekanntheitsgrad als Kennzeichen für umweltfreundliche Produkte. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen strenge Kriterien eingehalten werden. Auch im Zusammenhang mit Mobilität ist eine Kennzeichnung mit dem "Blauen Engel" möglich: So können etwa Carsharing-Anbieter zertifiziert werden, wenn ihre Fahrzeuge deutlich weniger Klimagas-Emissionen verursachen als durchschnittliche Pkw. Auch vernetzte Verkehrsangebote in Form sogenannter "Mobilitätskarten", die die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel ermöglichen, tragen den "Blauen Engel". Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Umweltzeichens. mehr

4. Wo finde ich Informationen über die aktuelle Luftqualität in Deutschland?

Das Umweltbundesamt (UBA) hat ein Online-Tool entwickelt, mit dessen Hilfe Nutzer die aktuellsten Messungen für Feinstaub, Kohlenmonoxid, Ozon, Schwefeldioxid und Stickstoffdioxide verfolgen können. Auf der Karte werden die Belastungswerte für ganz Deutschland und an einzelnen Messstationen angezeigt. mehr

5. Mehr Mobilität, weniger Schadstoffe – auch im Urlaub

Wer im Urlaub und in der Freizeit mit Bus, Bahn und Fahrrad statt mit Flugzeug und Auto unterwegs ist, schont Umwelt, Klima und Menschen. Das bedeutet keineswegs Verzicht, denn schon im Umkreis von 800 Kilometern finden sich Erholungsziele für jeden Bedarf, egal ob Strand, Berge oder Kultur. Das Umweltbundesamt (UBA) hat hierfür eine Reihe von nützlichen Tipps, nachhaltigen Reiseanbietern und klimafreundlichen Unterkünften rund um das Thema Urlaubsreisen zusammengestellt. mehr

Und für den Ausflug oder Kurztrip hilft Naturtrip bei der Entscheidung und der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln .

Leuchtturmprojekte – gefördert durch das BMUB

Strategien sind gut, Umsetzung ist noch besser: Das Bundesumweltministerium (BMUB) fördert daher in allen wichtigen Themenbereichen der Mobilität Projekte, die nachhaltige Lösungen voranbringen. Einen guten Überblick zu Projekten im Themenfeld "Luft" bietet Ihnen die nachstehende Liste. Wenn Sie die kurzen Beschreibungen neugierig gemacht haben, klicken Sie für weiterführende Informationen einfach auf den jeweiligen Link. Viel Vergnügen!

Plug-In-Hybrid- und Elektro-Busse voranbringen

Rund 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen Hybridbusse im ÖPNV, Plug-in-Hybrid-Busse sogar über 50 Prozent weniger, und Elektrobusse können – abhängig vom Strommix – vollständig ohne Treibhausgas-Emissionen betrieben werden. Im Projekt HELD setzt die Hamburger Hochbahn AG Plug-in-Hybrid-Busse und reine Elektrobusse im Linienbetrieb ein. Die RWTH Aachen begleitet das Projekt und untersucht, welche Voraussetzungen für den reibungslosen Einsatz notwendig sind und wie sich die Ergebnisse auf andere Verkehrsbetriebe übertragen lassen.

Auch darüber hinaus wird Elektromobilität bei Bussen im ÖPNV unterstützt: Mit einem eigenen Förderprogramm im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Anschaffung von Hybrid- und zukünftig auch Elektrobussen. mehr
Förderprogramm für Hybridbusse

Förderprogramm für Hybridbusse

Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) fördert das Bundesumweltministerium (BMUB) die Beschaffung und Inbetriebnahme diesel-elektrischer Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Busse im öffentlichen Nahverkehr. mehr

Pkw-Alleinfahrten von Berufspendlern verringern

Das Projekt "Gute Wege zur guten Arbeit" möchte Betriebe und ihre Mitarbeiter zu einer nachhaltigeren Mobilität bewegen. Dazu nutzt das Projekt Betriebsräte als Multiplikatoren und Know-how-Träger vor Ort. mehr

Wettbewerb "Klimaschutz im Radverkehr"

Mehr Fahrradstraßen, Stellplätze oder Ladestationen für E-Bikes: Mit dem Wettbewerb "Klimaschutz im Radverkehr" unterstützt das BMUB Kommunen, Firmen oder Verbände, die den Radverkehr voranbringen möchten. Damit fördert das BMUB im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative nicht nur den Schutz des Klimas, sondern gleichzeitig auch ein lärmarmes Verkehrsmittel. mehr

Elektroflotten für eine C02-neutrale Paketzustellung

In einem interdisziplinären Projekt entwickelten Wissenschaft und Wirtschaft ein Konzept für die umweltfreundliche Umgestaltung der Logistikbranche. Ergebnisse lieferte ein mehrjähriger Praxistest, in dem eine Flotte von Elektrofahrzeugen die Zustellung von Paketen und Briefen übernahmen.

Auf Basis dieser Erfahrungen werden in einem Folgeprojekt nun auch Elektrofahrzeuge für die Zustellung in der Breite eingesetzt. Dazu wird die Anschaffung von 1.000 Elektrofahrzeugen gefördert. mehr

E-Güterverkehr zur Entlastung von Ballungsräumen

Schwere Nutzfahrzeuge für den Güterverkehr in der City per Oberleitung mit Strom zu versorgen und fahren zu lassen – das Forschungsvorhaben "ENUBA 2" erforscht, wie das zum Beispiel in Kombination mit dem Busverkehr funktionieren kann. Ziel ist es, Ballungsräumen von Lärm und Schadstoffen des Güterverkehrs zu entlasten und den CO2-Ausstoß des Güterverkehrs zu reduzieren. mehr

Transporte innerhalb des Hafens abgas-und geräuscharm machen

Im vom BMUB geförderten Projekt "Batteriebetriebene Schwerlastfahrzeuge für den Hamburger Hafen – Forschung, Entwicklung und Bau" sind die Fahrzeuge, die den Transport zwischen den Kränen am Kai und den Lagerhallen durchführen, mit einem innovativen Batterieantrieb sowie Batteriewechselmechanismus ausgestattet. Dies vermindert sowohl schädliche Abgase als auch Betriebslärm. mehr

E-Räder verstärkt in den urbanen Verkehr einbringen

"ELEC2CITY" erforscht die Potenziale von (teil)elektrischen Zweirädern – vom Pedelec über E-Scooter bis E-Motorrad – für den innerstädtischen Verkehr und untersucht, welche Hemmnisse ihren Einsatz verhindern. Ziel des Projekts ist es, einen Überblick zu schaffen über die Potenziale dieser Fahrzeuge, zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung beizutragen. mehr
Projektseite

Fußverkehr in der Stadt fördern

Der "Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien in Städten" ist der erste Schritt, Kommunen sachliche Unterstützung bei der Einrichtung und Weiterentwicklung von Fußverkehrskonzepten zu bieten. mehr

ÖPNV für alle zugänglich machen

Der VCD untersucht in "Einfach einsteigen – Zugänglichkeitscheck des ÖPNV", welche weichen Faktoren Menschen davon abhalten, den ÖPNV zu nutzen und wie man im Gegenzug mehr Menschen für dessen Nutzung gewinnen kann. Stellschrauben sind zum Beispiel Ticketpreise, mangelnde Barrierefreiheit, Fahrplaninformationen etc. mehr

Elektrobus Pilotversuch in Hannover

Im Rahmen des Projekts "Emissionsfreier Nahverkehr für Hannover" sind drei Elektrobusse im Hannoverschen ÖPNV unterwegs. Das Projekt soll wichtige Erkenntnisse dazu liefern, wie sich die Elektrobusse reibungslos in den Linienbetrieb integrieren lassen. mehr

Förderprogramm für Elektrobusse

Das Bundesumweltministerium (BMUB) wird zukünftig auch die Anschaffung von Elektrobussen fördern, da diese lokal abgasfrei fahren und somit einen direkten Beitrag zur Luftverbesserung vor Ort in den Städten leisten. mehr

Internationale Förderprojekte

Ein emissionssparendes Schnellbussystem für Indien

Das BMUB fördert im Projekt "India Sustainable Mobility Initiative" eine kostensparende städtische Nahverkehrspolitik, mit deren Hilfe unter anderem qualitativ hochwertige Schnellbussysteme eingeführt werden sollen. Durch den Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf das öffentliche Personenverkehrssystem können die Treibhausgas-Emissionen drastisch gesenkt werden. mehr

Das erste Bus Rapid Transit (BRT) System Asiens

Die Internationale Klimaschutzinitiative unterstützt die Stadt Jakarta in Indonesien beim Betrieb und der weiteren Entwicklung eines "Bus Rapid Transit Systems". Es ist das erste dieser Art in Asien. Die Stadt erhofft sich davon eine deutliche Entlastung vom städtischen Autoverkehr und somit auch positive Auswirkungen auf Umwelt und Klima. mehr

Deutsch-Chinesische Umweltpartnerschaft

In Dialogen erarbeiten beide Seiten gemeinsam strategische Konzepte und Leitlinien, auch zum Thema Luftreinhaltung. mehr